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Mehr als zwei Millionen Menschen beteiligen sich in jedem Jahr an der vorösterlichen Fasten- und Passionsaktion der Evangelischen Kirche "Sieben Wochen ohne".
1983 entschlossen sich mehrere Hamburger Pastoren und Journalisten, freiwillig in diesen Wochen ohne Alkohol zu leben.
Dieser persönliche Plan bekam so viel Zuspruch, daß sich 300 weitere Freiwillige anschlossen. Sie wollten von Aschermittwoch bis Ostersonntag auf liebgewordene, aber hartnäckige Gewohnheiten wie Rauchen, Alkohol oder Süßigkeiten verzichten.
Sie wollten herausfinden, ob sie diese Gewohnheiten frei bestimmen können oder davon beherrscht werden.
Damit wurde eine alte christliche Fastenaktion wiederbelebt, die schon aus der Mode gekommen war.
Warum beteiligen sich so viele Menschen an der Aktion "Sieben Wochen ohne" ?
Sie möchten etwas verändern und können bei sich etwas verändern. So suchen sie neue Sinneserfahrungen, neue Maßstäbe für ihr Leben.

Dazu schreibt Sigurd Günther-Lang vom "Gemeinschaftswerk Evangelischer Publizistik" in Frankfurt:
"Mit Lebensmitteln gehen wir jeden Tag um, es ist uns schon oft gar nicht mehr bewußt. Wir nennen es Nahrung, Essen, Fraß, Happihappi. Manche von uns kennen diese wohlige Gefühl nach dem Essen. Die Bauchgegend ist warm und zufrieden. Es kann aufgehen zu neuen Taten, voller Lebenslust und Optimismus. Manchen von uns ist es lästig, diese ständige Versorgung des Körpers. Sie würden sie am liebsten abstellen oder nehmen sie nicht ernst. Darum essen sie hastig, im Stehen, vor dem Fernseher, beim Lesen. Andere hingegen machen Essen zu ihrem Lebensinhalt. Sie stopfen ständig etwas in sich hinein, um Problemen aus dem Weg zu gehen, sich selbst zu vergessen.
'Der Mensch ist, was er ißt', diese Volksweisheit wollen wir einmal im Rahmen der 'Sieben Wochen ohne' bedenken und uns Fragen stellen wie:
Was esse ich, wie esse ich, wann bleibt mir alles im Halse stecken und geht nichts mehr rein, wann habe ich Lust auf mehr und gehe nachts an den Kühlschrank? Welchen Stellenwert hat Essen bei mir?
Und dann der zweite Abschnitt des Mottos:
Mittel zum Leben
Da wir hier in unserem Kulturkreis so selbstverständlich satt werden, fällt es schwer, bei Lebensmitteln an ein Mittel zum Leben zu denken. Unsere Mittel, die uns am Leben erhalten, sind wohl eher die Arbeit, der Urlaub, die Familie, eine Liebesbeziehung, vielleicht auch das Auto, das eigene Haus, das Geld. An dem allen , was wir uns erarbeiten, hängt unser Herz. Das tägliche Essen ist selbstverständlich, darum sehen wir es nicht mehr als elementares Mittel, um am Leben zu bleiben.
Das Thema 'Lebensmittel - Mittel zum Leben' ist ganz nah an den Erfahrungen der Fastenteilnehmer und -teilnehmerinnen. Damit kommen wir zurück zum Ursprung der Aktion, zum Eß- und Konsumverhalten in unserer Überflußgesellschaft"
Wie in den vergangenen Jahren wird in unser Kirchhörder Kirchengemeinde auch diesmal sich eine Fastengruppe bilden, um die Fasten- und Passionszeit miteinander bewußt zu gestalten und begehen.
Es ist gewiß keine verkniffene Ansammlung spinnerischer Männer und Frauen. Fröhlichkeit und Lachen und Bewußtwerdung und Besinnung prägten vergangene Treffen. So wird es wohl auch diesmal werden.
Lassen Sie sich darauf ein und erleben Sie sich und jene Zeit neu. Schließen Sie sich uns an!
| Ort | Datum | Thema der Zusammenkunft |
| Gemeindehaus Gottessegen, Spissenagelstr. 23 | 04.03.1998 | Einführung in das Thema der diesjährigen Fastenaktion: "Bildmeditationen" |
| Gemeindehaus Gottessegen, Spissenagelstr. 23 | 18.03.1998 | Lesung Pfarrer Fischer: "Tante Irmi und die Mettwürste" |
| Gemeindehaus Gottessegen, Spissenagelstr. 23 | 01.04.1998 | Bilanzversuche |
Pfarrer Udo Fischer