| Im Gottesdienst am 13. Dezember 1998 ehren wir Gott, feiern den Tag und gratulieren dem Menschen Gerhard Winkhaus, der vor 35 Jahren beauftragt, bevollmächtigt und verpflichtet wurde, im Auftrag der Kirche und Gemeinde Gottes Wort öffentlich zu verkünden und die Sakramente zu verwalten.
Korrekt und angemessen ausgedrückt, heißt diese Handlung "Ordination". Doch da alles heutzutage "light" zu servieren ist, benennt die locker daher gehende Sprache dieses Ereignis "Pastorengeburtstag", und so unangemessen nimmt sich die Wortwahl denn doch nicht aus, bedenkend, daß mit der Übernahme dieses Amtes ein Pastor zum Pastor geworden ist. |
Gerhard Winkhaus und Gemeinde Jesu Christi bekamen damals im Kern über das Amt des Pastors das zu hören, was die Agende in der Ausgabe von 1988 so ausdrückt:
"Du wirst nun berufen zu predigen, zu taufen und die Feier des Abendmahls zu leiten.
In Gottesdienst, Unterweisung und Seelsorge sollst du am Aufbau der Gemeinde mitwirken und sie zur Einheit unter dem einen Herrn rufen und zum Dienst in der Welt ermutigen.
Das Zeugnis der Heiligen Schrift ist Quelle und Richtschnur dieses Auftrags.
Das Bekenntnis der Kirche und das Gespräch mit den Schwestern und Brüdern wird dich im gemeinsamen Glauben befestigen und dir helfen, das Wort Gottes heute recht zu verkündigen.
Bei diesem Dienst stehst du in der Gemeinschaft aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und wirst begleitet von der Fürbitte der Gemeinde. Unsere Kirche verpflichtet sich, dir in deinem Dienst beizustehen.
Achte die Ordnungen unserer Kirche, wahre das Beichtgeheimnis und die seelsorgerliche Schweigepflicht und verhalte dich so, daß dein Zeugnis nicht unglaubwürdig wird.
In all deinem Dienst, auch wenn dich Zweifel und Enttäuschung anfechten, wenn dir Verzicht und Leiden auferlegt werden, gilt dir die Zusage unseres Herrn. Er steht zu seinem Wort und verläßt die Seinen nicht."
Gerhard Winkhaus hatte ev. Theologie studiert, ebenso Germanistik.
Nach einer kirchlichen Ausbildung im Vikariat und der Ordination in der Paulus-Gemeinde (Castrop-Rauxel) trat er, wie von ihm beabsichtigt, in den Schuldienst ein.
Das Helmholtz Gymnasium war die längste Zeit seines Lebens sein Standbein bei der Lehrtätigkeit an höheren Schulen. Zuletzt nahm er die Aufgabe eines Studiendirektors wahr und befähigte als Seminarleiter junge Referendare, das Fach ev. Religion selbständig zu erteilen.
Gerhard Winkhaus ist ein Tragegerüst der Kirchhörder Gemeinde geworden.
Als der Ort zunehmend begann, Glanz um Glanz anzusetzen und später nahezu mystische Züge zuerteilt bekam, obwohl auch dieser Ort nur von sterblichem Geblüt ist, - es waren die 60er und 70er Jahre -, da baute er sich hier seine Bleibe und engagierte sich mit vielen, die später tragende Rollen unter uns wahrnahmen, zuerst im Kindergarten und nachher in weiteren Gemeindebereichen.
Mit seinem gewaltigen Fundus an Wissen und seiner souveränen Art auch in hitzigen Diskussionsmomenten Menschen noch zur gegenseitiger Begegnung zu verhelfen, empfahl er sich, die Sozialseminare zu leiten.
Wer war nicht alles hier, Prof. Kaminski, Bochumer Horchposten des ersten Sputniks, Schwarzenau, es ließen sich Namen an Namen reihen.
Das Sozialseminar war lange Zeit gesellschaftlicher Mittelpunkt und Paukboden für Auseinandersetzungen des Glaubens und gesellschaftspolitischer Gefechte bei uns.
Im Kirchenchor machte er mit; wenn "man" ihn rief, dann war er jederzeit bereit, Gottesdienst und Predigt zu halten. Es hat es sehr oft getan.
Und mancher saß bewundernd und stöhnend unter seiner Kanzel im Wissen darum, was ihm nicht alles fehlte, wenn er jenen hörte.
Gerne würde ich ihn bitten, wieder vergleichbar zu wirken, wenn ich ihn mit seiner liebenswürdigen Frau unter der Kanzel sehe; dann denke ich: 'Ach, bist du mal wieder da, bist du wieder im Lande, rückgekehrt von einer deiner zahlreichen Reisen als Studienleiter, auf denen du bildungsgewillten und entfernungstüchtigen Germanen die Reichtümer andere Religionen und Kulturen in Anadolu, Timbuktu und Schneizelreuth nahegebracht hast?'
Am 13. Dezember wird er das sein; denn er hält die Predigt, der Kirchenchor singt, Pfarrer Nitzke und ich sind Concelebranten, und wir alle sind eingeladen, dabei zu sein, wie auch beim anschließenden geselligen Beisammensein in der zur Zeit im Umbruch befindlichen Sakristei, aber ohne Geschenke "für ihn", den Gerhard Winkhaus - so sein Wunsch. Pfarrer Udo Fischer
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| Der 28. Deutsche Evangelische Kirchentag
vom 16. bis 20. 6. 1999 in Stuttgart | |
| will den erwarteten 100.000 Teilnehmenden "Mut zur Zukunft" geben. Sechs Monate nach dem Anbruch von "Euro-Europa" und ein halbes Jahr vor dem Ende des zweiten Jahrtausends christlicher Zeitrechnung läßt sich der Kirchentag von Zuspruch und Anspruch des Losungsworts aus der Bergpredigt Jesu: "Ihr seid das Salz der Erde" (Matthäus 5,11) leiten. Er fragt nach der "Zukunft des Glaubens", der "Zukunft des Menschen" und nach der "Zukunft der Gesellschaft", so die drei Themenbereiche.
Anmeldeunterlagen und weitere Informationen beim 28. Deutschen Evangelischen Kirchentag, Geschäftsstelle, Postfach 300469, 70444 Stuttgart, Telefon 0711/89662-0, Fax 89662266. |
Internet: www.kirchentag.de . E-Mail: info@kirchentag.de | |