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Silberne Ordination

Am 10. Februar 1999 feiert Pfarrer Udo Fischer seine Silberne Ordination, die dann am darauffolgenden Sonntag, den 14. Februar 1999 gottesdienstlich unter Beteiligung der Gemeinde begangen wird.

Ja, es hört sich schon fast so an wie ein Ehejubiläum. Und in der Tat liegen die Daten der Silbernen Hochzeit und der Silbernen Ordination nicht ganz so weit auseinander. Der Vergleich von Hochzeit und Ordination ist auch sicherlich nichts ungebührliches, denn bei beiden Anlässen wurden Versprechen vor dem Altar abgegeben. Und zu beiden Versprechen hat Gott seine Hilfe und Zuwendung zugesagt, denn beides sind lebenslange Aufgaben: Ehemann und Pastor. Und beides miteinander zu vereinbaren gehört seit Luthers Zeiten zum Bild des evangelischen Pfarrhauses.

Als Udo Fischer am 10. Februar 1974 in Kirchhörde ordiniert wurde, war er seit gut vier Monaten in der Gemeinde als Pastor im Hilfsdienst tätig. Zuvor sammelte er vielfältige Erfahrungen im Vikariat, das er in verschiedenen Gemeinden absolvierte. Als Stationen sind hier zu nennen: die Deutsche Evangelische Gemeinde Rotterdam/Niederlande, die Kirchengemeinde Langendreher-Wilhelmshöh und die Kirchengemeinde Berlin-Reinickendorf. Hier in Berlin arbeitete er auch als Wissenschaftliche Hilfskraft an der Kirchlichen Hochschule Berlin und konnte so wichtige Erfahrungen im akademischen Bereich sammeln.

Die Ausweitung des Horizontes nahm Udo Fischer schon als Schüler wahr, als er 1960/61 die Russel High School in Kansas (USA) besuchte. Prägend für seinen Dienst als Pastor war aber sicherlich der tiefe Glaube seines Vaters, der in seiner Heimatgemeinde in Bochum-Werne Presbyter war. Die innige Frömmigkeit der Bergleute war es, die seinen eigenen Glauben bis heute bestimmte. Gerne erzählt er, wie sein Vater die Blätter des Neukirchener Kalenders nach dem Lesen nicht einfach in den Papierkorb warf, sondern dafür sorgte, daß sie auch von anderen gelesen werden konnten. Den Glauben zu leben und ihn auch weiterzugeben, das prägte Udo Fischer schon von Anfang an.

So kommt es ihm in seinem Dienst als Pfarrer auch besonders darauf an, am Bekenntnis zu unserem Herrn Jesus Christus festzuhalten und es in einer Zeit wachzuhalten, in der viele Werte zu zerbröckeln scheinen.

Der Beginn seines Dienstes in der Evangelischen Kirchengemeinde Kirchhörde fiel zusammen mit der Entstehung der zweiten Pfarrstelle. Die Bittermark, die bisher zur Gemeinde Wellinghofen gehörte, sollte kirchlich besser erschlossen werden. Hier gab es keine kirchlichen Einrichtungen. Auf Anregung der landeskirchlichen Visitation des Kirchenkreises Dortmund-Süd entschlossen sich die Gemeinden Wellinghofen und Kirchhörde, in der Bittermark ein Pfarrhaus und ein Gemeindehaus zu errichten. Später wurde entschieden, daß die Bittermark der Kirchengemeinde Kirchhörde zugeordnet wird. Gemeinsam mit der Schanze und dem südlichen Teil Kirchhördes wurde der neue zweite Pfarrbezirk der Gemeinde errichtet. Seit dem 1. Oktober 1973 versieht Pastor Fischer den Dienst in diesem Bezirk. Am 16. März 1975 wurde er offiziell in den Dienst als Pfarrer des zweiten Pfarrbezirks der Evangelischen Kirchengemeinde Kirchhörde eingeführt.

Ein wesentlicher Teil seines Dienstes war es, zunächst dem neu errichteten Pfarrbezirk eine kirchliche Heimat zu geben. Erst 1979 war die Zeit der Provisorien vorbei und die Gemeinde konnte das neu errichtete Gemeindezentrum in Besitz nehmen. Seit dieser Zeit bewohnt Pfarrer Fischer auch das gleichzeitig erbaute Pfarrhaus, das zum Gemeindezentrum gehört. Zuvor wohnte die Familie in der Crispinstraße in der Bittermark.

In seinem Dienst in der Bittermark konnte Pfarrer Fischer an die Erfahrungen aus seiner Heimatgemeinde in Bochum-Werne anknüpfen, denn die Bittermark war ja geprägt durch die Zeche Gottessegen. Dieser sogenannte "Familienpütt" bestimmte lange Zeit den Ort. Die so geschaffenen Strukturen bestanden weiterhin, auch als die Zeche nicht mehr gab. Die Traditionen lebten nicht zuletzt in dem Namen fort, den das neue Gemeindehaus von der Zeche übernahm, auf deren Standort es errichtet wurde: "Gottessegen". Gottes Segen den Gemeindegliedern zu bezeugen, ist ein Hauptanliegen von Pfarrer Fischer. Dieser Segen findet nach seiner Überzeugung seinen Niederschlag in der Treue zum Bekenntnis und zur Gemeinschaft der Kirche unseres Herrn Jesu Christi.

Mit Stolz erfüllt es ihn, wenn so mancher Konfirmand und so manche Konfirmandin ebenfalls das pastorale Amt anstrebten und er nicht nur zur deren Konfirmation, sondern auch zur Ordination segnend seine Hand auflegen durfte. Neben so vielen pastoralen Tätigkeiten gehört auch die Förderung der Kirchenmusik zu den Schwerpunkten seiner Arbeit. Dazu kommt der Einsatz für den evangelischen Friedhof. Die Erhaltung christlicher Bestattungskultur als Ausdrucks des Glaubens an Gottes Ewigkeit ist ihm hier genauso wichtig wie die Erhaltung der Natur als Schöpfung Gottes.

Glaubensstärke und Bekenntnistreue sind Werte, die Pfarrer Fischer beeindrucken. So fasziniert ihn auch die Beschäftigung mit Menschen, die diese Werte beherzigen, auch wenn ihr Bekenntnis ein anderes ist. Die Beschäftigung mit dem Islam ist hier zu nennen. Dem Dialog mit dem Islam und die Stärkung der Christen, die in islamischer Umwelt leben, ist seit den letzten Jahren einer der Schwerpunkte der Arbeit von Pfarrer Fischer. Höhepunkt dieses Dienstes, den er als Beauftragter der Kreissynode Dortmund-Süd wahrnimmt, war das außerordentlich gut besuchte Ökumenische Sozialseminar 1997/98 zum Thema "Islam - Herausforderung an uns".

Die Betonung der gemeinsamen Wurzeln der drei "Buchreligionen" Judentum, Christentum und Islam, ist eine Voraussetzung für das friedliche Miteinander in unserer Welt. Den Glauben an Gott, der Einfluß hat auf unsere Welt, wachzuhalten ist das Leitmotiv der Arbeit von Pfarrer Fischer. Dabei steht er vielen modernen Entwicklungen nicht abgeneigt gegenüber, es kommt ihm aber darauf an, sie zur Ehre Gottes zu gebrauchen.

Am Sonntag den 14. Februar 1999 werden wir also im Gottesdienst die Silberne Ordination von Pfarrer Udo Fischer begehen. Bis dahin gibt es noch viel vorzubereiten und die Gemeinde wird rechtzeitig eingeladen, dieses Ereignis gebührend zu feiern . Pfarrer Michael Nitzke

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Gemeindegruß Online - Pfarrer Michael Nitzke - Kirchenkreis Dortmund-Süd - E-Mail