Am 1.8.1998 sind wir zu einer Segelfreizeit auf dem Ijsselmeer gestartet. Auf der zweieinhalbstündigen Fahrt im Bus nach Zwartsluis haben wir uns schon besser kennengelernt. Als wir dann an unser Unterkunft, der "Onverwacht", für die nächste Woche angekommen sind, haben wir unsere Taschen an Bord gebracht und unsere neuen Zimmer gestürmt. Aber schon nach einigen Minuten haben wir Platzangst bekommen (weil die Zimmer so klein waren), und haben das Boot erkundet. Andere haben derzeit den Proviant an Bord geschleppt. Als wir fertig waren mußten wir uns alle an Bord versammeln und unser Skipper Dirk (25) und unsere Bootsfrau Ellen (für die nächsten zwei Tage) haben uns erklärt, wie wir uns an Bord zu verhalten haben.
Dann sind wir endlich nach Lelystad losgefahren und während der Fahrt hat uns Ellen ein paar Seemannsknoten beigebracht. Als wir gegen Abend ankamen, sind wir schwimmen gegangen, weil uns so heiß war. Nun aßen wir Abendbrot und als wir fertig waren, sind wir nach draußen gegangen und haben uns noch ein bißchen unterhalten. Schon um 23 Uhr mußten wir in unsere Kojen, aber es war trotzdem noch so laut, daß Herr Nitzke und sogar Dirk in unsere Zimmer kamen und uns erklärt haben, daß andere Leute schlafen wollen. Wir waren über ihre Worte so erstaunt, daß wir das akzeptierten und uns zum Schlafen niedergelegt haben. Am nächsten Morgen wurden wir schon um halb acht geweckt und nachdem wir uns gewaschen hatten, taumelten wir müde in den Gemeinschaftsraum um zu frühstücken. Dort wurde auch gesagt, wann wer Küchendienst hatte.
Gegen neun Uhr sind wir dann ein Stück weiter zurück gefahren, um uns die Batavia anzuschauen, den originalgetreuen Nachbau eines alten Schiffes. Gegen halb zehn sind wir dann am Anlegeplatz angekommen und sind dann zum Museum losgezogen. Als wir ankamen, mußten wir erst einmal eine halbe Stunde warten, bis das Museum öffnete. Dann wurden wir endlich reingelassen und durften die Batavia betreten. Es war ganz nett.
Als wir an unserem Boot wieder ankamen, sind einige wieder schwimmen gegangen. Danach ging es dann weiter nach Hoorn, wo es einen hübschen Turm gab. Dort sind wir ein bißchen rumgezogen und es wurden viele Postkarten losgeschickt. Hier wurde wie in den anderen Städten die Pommesbude belagert. Als es dann dunkel wurde, sind wir wieder in unsere Kajüten gegangen. Dank Christophers Brüllen ist dann so gegen zwei Uhr Herr Nitzke gekommen. Währenddessen brachte Dirk Ellen wieder zurrück nach Zwartsluis und kam um ca. halb zwei mit Githa, unserer neuen Bootsfrau, die am Freitag Geburtstag hatte und so nicht von Anfang an dabei sein konnte, aufs Boot zurück.
Am Montag ging es dann früh weiter nach Edam, wo wir mitten auf der Strecke ankerten, um schwimmen zu gehen. In Edam hat uns Dirk gezeigt, daß Skipper nicht nur auf dem Boot rumhängen, sondern auch sehr gut Skateboard fahren können (dort war eine Halfpipe). Abends, während Dirk und Githa das Boot angestrichen haben, sind manche von uns noch rumgegangen. Wären wir einen Tag länger geblieben, hätten wir den Käsemarkt noch miterleben können, doch leider mußten wir uns mit einer Schwanenfamilie, die wir auf einem kleinen, ruhigen Fluß sahen, begnügen.
Am nächsten Tag sind wir dann bis nach Enkhuizen gefahren. Dort kam dann noch Herr Karasch, ein guter Freund von Herrn Nitzke, aufs Boot. An einer Pommesbude wurde Herr Nitzke von unserem kleinem Maskottchen Caleb, dem Bootshund, in die Hand gezwickt. Als wir durch die Stadt schlenderten sahen wir (unübersehbar) eine Statue von Paulus Potter. Ansonsten war die Stadt ganz schön und in der Einkaufsstraße konnte man noch um halb elf Eis kaufen. Nachts durften wir auch schon draußen, auf dem Deck, schlafen. Am Mittwoch sind wir dann zum Binnenmuseum gewandert. In dem Freilichtmuseum war ein kleines, holländisches und altes Fischerdorf aufgebaut. Viele haben sich holländische Trachten angezogen und sonst auch jede Menge Spaß gehabt.
Als wir dann am späten Nachmittag in Stavoren ankamen, leuchteten unsere Augen, denn dort entdeckten wir eine Kirmes. Es war aber erst ca. 17.30 Uhr und somit war auch nichts los, also mußten wir geduldig auf den Abend warten...
Beim Abendbrot hatten wir ein Gast unter uns sitzen, den Herr Nitzke bei der Bibelwoche in Berlin kennengelernt hatte. Dieser erzählte uns von Friesland und seiner halb deutsch, halb holländischen Familie. Dann war es endlich 20.30 Uhr und als wir auf der Kirmes ankamen, war schon viel los und die ganze Truppe versammelte sich um die Spielautomaten. Später rammten wir uns gegenseitig beim Autoscooter und man sah nur lachende Gesichter. Abends haben wir mal wieder auf Deck geschlafen, aber es war kälter als die vorherige Nacht.
Nun brachte der vorletzte Tag an und die Stimmung sank, denn keiner
wollte zurück nach Hause. Wir segelten in Richtung Kampen
und nach der Ketelbrug machten wir Halt, um an einem Sandstrand
schwimmen zu gehen. Mittags gab es Hühnerfrikassee. Als wir
ankamen, gingen wie immer einige von Bord, um die Stadt zu erkunden.
Naja, am letzten Tag gab es dann zum Frühstück leckere Brötchen vom Bäcker und danach fuhren wir wieder mit Tränen in den Augen zurück nach Zwartsluis.
Die Fahrt war sehr bequem für Dirk und Githa, da sie fast die ganze Zeit massiert wurden. Während der Fahrt mußten wir das Unterdeck auf Hochglanz bringen und als wir leider heile in Zwartsluis ankamen, gingen manche noch schwimmen, während die anderen in der Stadt herumliefen.
Um vier Uhr trafen wir uns wieder auf dem Boot, um Gruppenfotos zu machen und danach gingen wir in ein Restaurant, wo die meisten natürlich Pommes gegessen haben. Um 17 Uhr kam dann der Bus, um uns nach Dortmund zu bringen und wir mußten uns leider schon von Githa und Dirk verabschieden, die wir hoffentlich bald wiedersehen werden...
Mareike Karasch, Annika Klemm