Gemeindegruß Kirchhörde
- Ausgabe 2000 - 2- Inhalt
|
Augenblick mal!
Drin? Drin! Ich bin drin! -
Jeder will ins Internet.
Neben Urlaub buchen und Online-shopping gibt es da noch anderes. Lustige Sprüche gehören zu den Rennern in der elektronischen Post. Neulich bekam ich eine E-Mail mit der Überschrift "Die letzten Worte".
"Rechts ist frei!" lauten die letzten Worte des
Beifahrers. Der Fahrlehrer haucht sein Leben aus mit den Worten:
"Nun versuchen Sie's alleine!"
Und der Fahrradfahrer ruft vor seinem Ende fröhlich: "Guck
mal, ich kann freihändig fahren."
Doch solche bissigen Sprüche decken auch unsere Schwächen auf. Die letzten Worte des Sonnenanbeters: "Welches Ozonloch?"
Letzte Worte sind aber nicht nur Material für Scherze. Dem, was ein Mensch kurz vor seinem Tod sagt, wird große Bedeutung beigemessen.
Martin Luther soll auf dem Sterbebett gesagt haben, "Wir sind Bettler, das ist wahr!" Und sein Zeitgenosse, der große Gelehrte Erasmus von Rotterdam, haucht nur die einfachen Worte "lieber Gott" vor sich hin, als sein Leben zu Ende geht.
Alle Leistung, alle Bildung tritt zurück, wenn der Tod naht. Dann sind wir nur noch wie Bettler, die nichts haben, und auf den lieben Gott angewiesen sind. "Ich befehle meinen Geist in deine Hände" sagt Jesus am Kreuz, als er stirbt. Er übergibt Gott sein Leben, und der läßt ihn nicht im Tod. Er schenkt ihm neues Leben. Und das verspricht er uns allen.
Vielleicht sollte ich den lustigen Brief weiter schicken, ergänzt durch die letzten Worte eines christlichen Internet-Surfers: "Ich bin drin, mitten in deiner Liebe, mitten in deiner Geborgenheit, lieber Gott!"
Pfarrer Michael Nitzke
![]() |
Dieser Text wurde als lokale Radioandacht am 30.6.2000
über den privaten Dortmunder Rundfunk "Radio 91.2"
gesendet. Kirchliche Themen auf dieser Frequenz: Werktags zwischen 6:00 und 6:15 Augenblick mal. Sonntags zwischen 8:00 und 9:00 Him-mel und Erde. Archiv mit Hörbeispielen: www.nitzke.de/radio |
Gemeindegruß Kirchhörde
- Ausgabe 2000 - 2- Inhalt
|