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Gemeindegruß Kirchhörde - Ausgabe 2003 -
2
- Inhalt |
„Geh aus, mein Herz, und suche Freud in dieser lieben Sommerzeit" -
Die erblühende Natur als Geschenk Gottes begreifen
Liebe
Gemeindeglieder, in vielen Kreisen und Gruppen unserer Gemeinde, im Rahmen von
Andachten und sicherlich auch in einigen Gottesdiensten wird dieses Lied nun
wieder häufig zu hören sein: „Geh aus, mein Herz, und suche Freud in dieser
lieben Sommerzeit an deines Gottes Gaben." Der bekannte Liederdichter Paul
Gerhardt hat dieses Lied bereits 1653 geschrieben. Mit der erfrischenden Melodie
von August Harder, die erst deutlich später – wohl im ausgehenden 18. oder gar
erst zu Beginn des 19. Jahrhunderts – dazu gekommen ist, erfreut es aber immer
noch viele Menschen.
Paul Gerhardt hat es verstanden, die Freude über die farbenfrohe, „sich ausgeschmücket" habende Natur in Worte zu fassen, die auch heute noch ansprechen – und nicht nur die Älteren unter uns. Seine Beschreibung der Blumenpracht und der Tierwelt bringt ein tiefes Staunen über die wunderbare Lebendigkeit der Natur zum Ausdruck und gleichzeitig eine Lebensfreude, die über alle Generationen hinweg verbinden kann.
Bei dieser Wahrnehmung der Natur - sei es der weit schweifende Blick über „Berg, Hügel, Tal und Felder", die vom Schall der Nachtigall erfüllt werden, sei es das Beachten einer kleinen Szene, in der z.B. die Schwalbe ihre Jungen speist oder das Reh „ins tiefe Gras gesprungen" kommt - bei all dem wird eins nicht vergessen: Dies alles ist Schöpfung unseres Gottes; dies alles ist von Gott gewolltes Leben!
Es ist dem Liederdichter wichtig darauf hinzuweisen, dass es sich hier um „des großen Gottes großes Tun" handelt, dass es Gottes „große Güte" ist, die uns das alles erleben lässt. Und nicht zuletzt: Dass all die Schönheit dieser irdischen Welt nur ein kleiner Vorgeschmack ist auf das, was uns Menschen verheißen ist.
Die uns umgebende Natur so anzusehen wie Paul Gerhardt, den Blick dafür nicht zu verlieren, dass es sich hier um Gottes wunderbare Schöpfung handelt und eben nicht nur um ein zufälliges Produkt einer anonymen Evolution, sich anstecken zu lassen von der ursprünglichen Lebensfreude, die aus der staunenden Betrachtung der Natur entspringen kann. Dies wünsche ich Ihnen allen für diesen Sommer.
Ihr Pfr. K. Schneider.
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