Gemeindegruß Kirchhörde - Ausgabe 2004 - 3  - Inhalt  
www.patroklus.de - www.kirchhoer.de 

Deutsch-Polnische Begegnungen -

Seminarreise des Männerkreises nach Masuren

Masuren – die herrliche Landschaft mit der berühmten Seenplatte im Osten Polens – das war das Ziel der diesjährigen Seminarreise des Männerkreises. Das Land und seine wechselvolle Geschichte, insbesondere aber auch die Situation der heutigen evangelischen Minderheit und die Folgen des EU-Beitrittes Polens sollten erkundet werden - unter der bewährten Leitung von Herrn Klaus Kehlbreier von der Männerarbeit unserer Landeskirche.


Beginn der Reise mit Altstadtfest in Posen

Zusammen mit den Ehepartnerinnen und einigen anderen Gemeindegliedern bildete also unser Männerkreis den größten Teil der Reisegruppe, die am Samstag, dem 19.6.04, Richtung Osten aufbrach. Schon die Zwischenübernachtung in Poznan/Posen vermittelte uns Reisenden einen ersten Eindruck davon, wie gelungen unsere polnischen Nachbarn die historischen Innenstädte vieler Orte wieder restauriert haben.

Am Tag darauf erreichten wir, nachdem wir auf der Fahrt in Torun/Thorn einen längeren Aufenthalt eingelegt hatten (u.a. Kopernikus-Denkmal), am frühen Abend Mikolajki/Nikolaiken. Das Gästehaus der dortigen evangelischen Gemeinde sollte nun für einige Tage unsere Unterkunft sein. In der benachbarten Kirche fand direkt am Sonntagabend ein Konzert eines russischen Gesangsquartetts statt, das viele von uns besuchten – und begeisterte.

Nachdem wir schon auf der Fahrt einige einführende Vorträge gehört und einige Videos gesehen hatten, hielt Herr Kehlbreier am Montagmorgen einen ausführlichen Vortrag über die Geschichte Polens und Ostpreußens. So fuhren wir am Nachmittag gut vorbereitet zur „Wolfsschanze", wo sich Hitler während des Russland-Feldzuges eingebunkert hatte. Für wohl alle von uns eine aufwühlende Exkursion!

Am folgenden Vormittag hatten wir Herrn Frank Dombrowski zu Gast, den Leiter der Gräfin-Dönhoff-Schule in Mikolajki. Er konnte uns viel zur aktuellen Situation des Schulsystems, aber auch der deutschen Minderheit in Polen berichten. Ergänzend gab Herr Kehlbreier einige Informationen über die neue Europäische Verfassung. Nachmittags fuhren wir zur katholischen Wallfahrtsstätte Swieta Lipka/Heiligelinde, wo wir auf der berühmten Orgel (mit sich bewegenden Figuren) doch tatsächlich Musik evangelischer Komponisten hörten. Dann ging es nach Mragowo/Sensburg und nach einem Kurzstopp im Stakenfahrten-Paradies bei Krutyn/Krutinnen wieder zurück nach Mikolajki.

Am Mittwoch dann ein weiterer Höhepunkt: Wir nahmen die lange Fahrt nach Gdansk/Danzig auf uns, wurden aber durch eine beeindruckende Stadt belohnt. Herr Kehlbreier teilte uns bei einer Führung wieder viel Wissenswertes mit; im Anschluss konnte dann wieder jede/r eigenständig die Stadt erkunden.

Am Donnerstag ging es nach Gizycko/Lötzen. Hier empfing uns der deutsche Urlauberseelsorger, Pfr. Wegner, und zeigte uns ausführlich die Kirche, das Seeufer und den Ort. Auch den polnischen Pfarrer der dortigen evangelischen Gemeinde lernten wir kurz kennen.


Ausflug masurische Seen

Am Nachmittag kam Herr Andrzej Wojtowicz, der Direktor des ökumenischen Rates Polens, zu einem Vortrag zu uns nach Mikolajki. Und bei der Abschiedsfeier mit unseren Gastgebern am Abend war ganz überraschend auch der ev. Altbischof Polens, Pfr. Jan Szarek, mit dabei. Mit diesen Besuchen wurde uns deutlich gezeigt, dass unsere Gastgeber sich sehr über unseren Aufenthalt und unser Interesse gefreut haben.

Am Freitag reisten wir weiter nach Warschau. Auch dort durften wir wieder eine herrlich restaurierte Altstadt bewundern. Abends waren wir zu Gast in einer der wenigen Gemeinden Warschaus mit „evangelisch-augsburgischem Bekenntnis", in der uns das Pfarrerehepaar Pilch begrüßte, informierte und vorzüglich bewirtete – mit Essensspenden der Gemeindeglieder.

Am Samstag erlebten wir eine ausführliche Stadtführung, waren auf dem Gebiet des ehemaligen Warschauer Ghettos und auch an dem Mahnmal, vor dem der historische Kniefall des damaligen Bundeskanzlers Willi Brandt stattgefunden hat. Nach dem Mittagessen in einem jüdischen Restaurant stand noch am selben Tag der erste Teil der Rückfahrt auf dem Programm, wieder bis Posen. Am Sonntag, dem 27.6.04, waren wir dann alle wieder wohlbehalten zu Hause.


Am Justizpalast in Warschau

Es bleiben viele, viele Eindrücke, die sicherlich nachhaltige Wirkungen in uns haben werden. An dieser Stelle sei nochmals allen gedankt, die die Reise so perfekt geplant und durchgeführt haben, an erster Stelle Herrn Kehlbreier. Aber auch allen, die teilgenommen haben, sei Dank gesagt für ein wirklich gutes Miteinander.

Pfr. K. Schneider
Fotos: Lothar Dzeik

  Gemeindegruß Kirchhörde - Ausgabe 2004 - 3 - Inhalt  
www.patroklus.de - www.kirchhoer.de