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Evangelische
Kirchengemeinde Konfirmation Sonntag
Misericordias Domini, |
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Adrian Bazyli Maximilian Feist Stefan Gräfenkämper Kai Gräfenkämper |
Benjamin Hihat René Lappe Verena Matthieß Katharina Putz Alexander Schroeder |
Maximilian Schulze Martin Spönemann Max Tischler Robin Walter |
Konfirmationspredigt
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Der Gott des Friedens aber, der den großen Hirten der Schafe, unsern Herrn Jesus, von den Toten heraufgeführt hat durch das Blut des ewigen Bundes, 21 der mache euch tüchtig in allem Guten, zu tun seinen Willen, und schaffe in uns, was ihm gefällt, durch Jesus Christus, welchem sei Ehre von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen. (Brief an die Hebräer 13,20-21)Liebe Konfirmandinnen und Konfirmanden!
„Der Herr ist meine Hirte, er weidet mich auf einer grünen Aue..."
Ihr habt alle diese Worte gelernt. Ihr habt euch dabei vielleicht vor Augen gehalten, wie ihr durchs finstere Tal wandert, wie man vor euch einen schön gedeckten Tisch aufbaut, voller leckerer Sachen, und die, die euch Böses wollen, stehen staunend da und gehen leer aus.
Ihr habt die Worte gelernt. Hoffentlich habt ihr dabei auch Bilder vor den Augen gehabt. Denn mit Bildern vor den Augen, kann ich den Inhalt viel leichter verstehen.
Das finstere Tal kann ich mir vorstellen. Jeder von euch hat sicher einmal, als er klein war, Angst gehabt, in einen dunklen Keller zu gehen. Der gedeckte Tisch, da brauchen wir nicht lang zu überlegen, den werdet ihr gleich erleben, wenn ihr mit euren Familien feiert.
Aber wie habt ihr euch selbst gesehen, als ihr euch die Worte des Psalms eingeprägt habt?
Wart ihr da die Jungen und Mädchen, die ihr nun hier sitzt, schick angezogen für einen großen Tag? Oder wart ihr die Jugendlichen, die ihr alltäglich seit? „Das finstere Tal kann mir nichts anhaben, mit meinem Kickboard bin ich da ruck zuck durch!"
Habt ihr einmal darüber nachgedacht, was der Beter des 23. Psalms vor Augen hatte, als er die Worte gesprochen hatte?
Er
hatte Schafe vor Augen.
Schafe sind gutmütige Tiere. Und sie kommen häufig in der Bibel vor. Und das schönste ist: Schafe kommen immer gut weg, sie werden immer positiv gesehen. Im Gegensatz zu manchen anderen Tieren. Die Schlange etwa ist ja das Paradebeispiel des Bösen. Sie verführt den Menschen, das Verbotene zu tun. Oder die Hunde. Sie kommen eigentlich in der Bibel am schlechtesten weg. Sie treiben sich rum, ernähren sich von Resten, oder noch Schlimmerem. Niemand mochte wohl damals so richtig die Hunde.
Aber mit den Schafen ist das anders. Sie werden immer als Beispiel hingestellt. Als Vorbild für die Geduld. Sie blöken zwar manchmal rum, aber sie sind doch im Großen und Ganzen liebe Geschöpfe.
Manche denken nun, weil sie in einer großen Herde sind, sind sie alle gleich. Aber das stimmt ja nun mal ganz und gar nicht. Sie sind alle verschieden, aber sie werden alle gleich liebgehabt. Und zwar von ihrem Hirten, der für sie da ist, und der auf sie aufpasst.
Der Gute Hirte, wir haben von ihm heute schon gehört. Der gute Hirte lässt sein Leben für die Schafe. Er setzt sich ein, er ist da für sie und lässt sie nicht allein.
Jesus, der Sohn Gottes, ist dieser gute Hirte. Und wer sind die Schafe? Dass sind wir sicherlich alle.
Nun gibt es heutzutage Zeitgenossen, die möchten nicht mit Schafen in einen Topf geworfen werden. – Ich meine jetzt nicht einen Topf mit Hammelfleisch, nein, sie möchten nicht mit Schafen verwechselt werden, weil Schafe doch angeblich so dumm sind.
Aber Schafe sind weder dumm noch langweilig. Das, was wir manchmal für dumm halten, wird in der Bibel als natürliche Intelligenz geschildert. Das Schaf weiß, wie viele andere Tiere, was gut für es ist, und so hält es sich an den, der Gutes für es tut. Schafe sind zwar Herdentiere, aber sie sind durchaus individuell.
Genauso individuell wie wir in unserer Konfirmandengruppe.
Schafe sehen beileibe nicht alle gleich aus. Nicht jedes Schaf muss so kugelrund sein wie dieses.
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ï Es gibt Schafe, die sind ganz aufmerksam, die lassen sich nichts entgehen. So welche wünscht man sich im Unterricht. |
| ð Dann gibt es welche, die legen sich lieber auf die faule Haut und schlafen. Doch der Herdentrieb sorgt dafür, dass sie nicht vergessen werden. Wenn die Herde weiterzieht, werden sie spätestens wieder wach. | ![]() |
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ï Da gibt es ganz brave Schafe, die können scheinbar niemandem böse sein. |
| ð Und es gibt auch schwarze Schafe. Von denen sagt man ja, dass sie besonders viel Unsinn im Kopf haben, aber manchmal ist es auch nur eine raue Schale, hinter der sie sich verstecken. | ![]() |
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ï Es gibt Schafe, die sind eigentlich recht klein, aber haben eine unheimlich große Klappe. |
| ð Und zu guter Letzt gibt es noch Schafe, die sich am liebsten verkriechen würden. | ![]() |
Jedes einzelne Schaf ist dem guten Hirten gleich viel wert.
Vielleicht haben sich einige von euch in dem einen oder anderen Schaf wiedererkannt.
Genauso wie die Tiere sind wir Menschen verschieden, aber wir gehören alle der Familie Gottes an.
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Der Gott des Friedens aber, der den großen Hirten der Schafe, unsern Herrn Jesus, von den Toten heraufgeführt hat durch das Blut des ewigen Bundes, 21 der mache euch tüchtig in allem Guten, zu tun seinen Willen, und schaffe in uns, was ihm gefällt, durch Jesus Christus, welchem sei Ehre von Ewigkeit zu Ewigkeit!Das, was der Schreiber des Hebräerbriefes seinen Lesern wünscht, das wünsche ich auch euch. Dass ihr Gott erkennt als einen Gott des Friedens. Heute haben wir manchmal den Eindruck, dass der Frieden auf sich warten lässt, aber da hilft es nicht, mit Gewalt auf den Tisch zu hauen und zu fragen, warum stellt Gott nicht endlich mit einem Paukenschlag den Frieden her, sondern die Frage ist: „Was kann ich dazu tun, das Frieden herrscht?"
Zunächst einmal: vertrauen auf Gott. Und vertrauen darauf, dass die vielen Schafe, die zuerst gar nicht zueinander zu passen scheinen, wirklich miteinander leben können, wenn sie nur wollen.
Der gute Hirte hat seinen Beitrag dazu geleistet. Er hat den Tod überwunden, indem er sein Leben gegeben hat. Er hat uns damit ewiges Leben versprochen.
Na gut, für einen jungen Menschen, mag das noch nicht so wichtig sein. „Was interessiert mich ewiges Leben? Ich will erst mal jetzt sehen, was mir das Leben bietet. Ich will sechzehn werden, damit ich länger in die Disco darf, und ich will achtzehn werden, damit ich einen Führerschein machen kann."
All das gönne ich euch von Herzen, und ich wünsche euch, dass euch alles gelingt, was ihr euch für euer späteres Leben vornehmt.
Gott macht tüchtig in allem Guten. Das, was der Hebräerbrief damals gesagt hat, gilt auch heute. Tüchtig sein, das kommt auch von tun. Als junger Mensch lernt man, was das Gute ist, und wenn man erwachsen wird, dann muss man das auch anwenden.
Man muss auch Mut haben, aus sich heraus zu gehen. Man muss Vertrauen zu Gott haben, aber auch Zutrauen zu sich selber. Man muss zu der Individualität stehen, mit der Gott mich ausgestattet hat. „Ich bin so, wie Gott mich gemacht hat. Und so kann ich durch die Welt gehen, als ein unverwechselbarer Bestandteil seiner großen Herde."
Und dann heißt es da noch, wir sollen Gottes Willen tun. Das ist schwer. Woher sollen wir wissen, was Gott will? Doch wir haben ja einen Maßstab. „Was würde Jesus dazu sagen?" Dass ist die Frage, die wir uns stellen müssen, wenn wir wissen wollen, was Gott von uns erwartet. Wenn ich bei allem, was ich tue und lasse, mir diese Frage stelle, dann bin ich auf dem richtigen Weg.
Es gibt viele Geschichten, in denen Jesus deutlich zeigt, was er will. Er ist für die Armen und Kranken da, für die, die keine Fürsprecher haben. Er ist für die da, die Unsinn gemacht haben und nun nicht mehr weiter wissen.
Und ihm ist wichtig, dass nicht ein einziges Schäfchen seiner Herde verloren geht.
Wenn gleich ein jeder von euch vortritt und seinen Namen hört, dann wird deutlich: jeder einzelne ist von Gott angesprochen. Für jeden hat Gott sein gutes Wort gegeben.
Aber ihr seid auch eine Gemeinschaft. Nur gemeinsam können wir versuchen, eine friedliche Welt zu schaffen. Da kann nicht ein einzelner sagen: „Macht ihr mal Frieden, aber lasst mich damit in Ruhe!"
Miteinander leben ist manchmal gar nicht so leicht. Da treffen schwarze, weiße und graue Schafe aufeinander. Große und kleine, aufgeweckte und gemächliche, vorlaute und ängstliche, sie alle müssen sich die grüne Aue teilen, auf der der gute Hirte sie weidet.
Ich wünsche euch für euer Leben, dass ihr euch eure Einmaligkeit bewahrt. Das ihr so individuell bleibt, wie ihr zur Welt gekommen seid. Ich wünsche euch, dass ihr das Gemeinsame sucht, was Konfirmanden verbindet, was Geschwister zusammenschweißt, was Familienmitglieder verbindet und die Christen in der Gemeinde vereint. Ich wünsche euch, dass ihr einen Sinn für das Gute habt. Dass ihr auch den Weg des Guten geht, wenn es ein steiniger Weg ist und der Weg des Bösen viel leichter begehbar erscheint. Ich wünsche euch, dass ihr den Mut habt zu fragen: „Was würde Jesus dazu sagen?", wenn ihr Unrecht in der Welt seht, dass ihr den Mut habt, für Gerechtigkeit einzustehen. Ich wünsche euch, dass ihr Vertrauen habt, dass es etwas über das hinaus gibt, was wir mit unseren Augen sehen können. Gottes Reich steht euch offen.
Gutes und Barmherzigkeit möge euch folgen ein Leben lang und ihr möget bleiben im Hause des Herrn immerdar. Amen.
Pfarrer Michael Nitzke