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Datum:  6.2.2005 -  Anlass: Familiengottesdienst am Sonntag Estomihi - Text: Lukas 8,26-39


Die Bilder mit den Lego-Figuren stammen aus der Internetseite: www.thebricktestament.com von Brendan Powell Smith.
Die Übersetzung der Sprechblasen habe ich hinzugefügt.
In Deutschland ist bisher das erste Buch mit seinen Bildern erhältlich: Das 1. Buch L.
Erhältlich überall im Buchhandel, unter anderem auch bei Amazon.


Die Heilung des besessenen Geraseners


26 Und sie fuhren weiter in die Gegend der Gerasener, die Galiläa gegenüberliegt.



27 Und als er ans Land trat, begegnete ihm ein Mann aus der Stadt, der hatte böse Geister; er trug seit langer Zeit keine Kleider mehr und blieb in keinem Hause, sondern in den Grabhöhlen.



29b und er wurde mit Ketten und Fesseln gebunden und gefangen gehalten,



doch er zerriss seine Fesseln und wurde von dem bösen Geist in die Wüste getrieben.



28 Als er aber Jesus sah, schrie er auf und fiel vor ihm nieder und rief laut: Was willst du von mir, Jesus, du Sohn Gottes des Allerhöchsten? Ich bitte dich: Quäle mich nicht!
29 Denn er hatte dem unreinen Geist geboten, aus dem Menschen auszufahren. Denn der hatte ihn lange Zeit geplagt;



30 Und Jesus fragte ihn: Wie heißt du?



Er antwortete: Legion. Denn es waren viele böse Geister in ihn gefahren.



31 Und sie baten ihn, dass er ihnen nicht gebiete, in den Abgrund zu fahren.


32 Es war aber dort auf dem Berg eine große Herde Säue auf der Weide.



Und sie baten ihn, dass er ihnen erlaube, in die Säue zu fahren.


Und er erlaubte es ihnen.
33 Da fuhren die bösen Geister von dem Menschen aus


und fuhren in die Säue;


und die Herde stürmte den Abhang hinunter in den See und ersoff.


34 Als aber die Hirten sahen, was da geschah, flohen sie und verkündeten es in der Stadt und in den Dörfern.


35 Da gingen die Leute hinaus, um zu sehen, was geschehen war,


und kamen zu Jesus und fanden den Menschen, von dem die bösen Geister ausgefahren waren, sitzend zu den Füßen Jesu, bekleidet und vernünftig, und sie erschraken.
36 Und die es gesehen hatten, verkündeten ihnen, wie der Besessene gesund geworden war.


37 Und die ganze Menge aus dem umliegenden Land der Gerasener bat ihn, von ihnen fortzugehen; denn es hatte sie große Furcht ergriffen. Und er stieg ins Boot und kehrte zurück.
38 Aber der Mann, von dem die bösen Geister ausgefahren waren, bat ihn, dass er bei ihm bleiben dürfe. Aber Jesus schickte ihn fort und sprach:
39 Geh wieder heim und sage, wie große Dinge Gott an dir getan hat. Und er ging hin und verkündigte überall in der Stadt, wie große Dinge Jesus an ihm getan hatte.


Liebe Kinder, liebe Familien!
Einfach schön, diese Geschichte mit den Lego-Männchen! Aber warum erzähle ich eigentlich gerade diese Geschichte heute?


Ich kann euch hier ein Buch zeigen. In diesem Buch stehen viele Geschichten aus dem ersten Buch Mose drin.
(Das Buch gibt's auch bei Amazon.)


Der Turmbau zu Babel,


die Arche Noah,


Josef und seine Brüder,


und alles fängt natürlich mit Adam und Eva an.

Nachher treffen wir uns ja alle zum Kaffeetrinken in der Sakristei, da lass ich das Buch mal herumgehen, und jeder kann es sich ansehen.
Aber warum gerade diese Geschichte heute?
Ein Kind sagte neulich beim Kinderbibeltag:
Warum erzählen Sie uns nicht mal eine Geschichte, die wir noch nicht kennen, dann wäre es nicht so langweilig.
Und genau das wollte ich heute tun, denn diese Geschichte mit den Schweinen gehört zu denen, die nicht so oft erzählt werden.
Im Internet gibt es noch viele andere Geschichten mit Legofiguren.
www.thebricktestament.com


Alle von einem Mann fotografiert, der von sich sagt, dass er nicht an Gott glaubt.
Aber das glaube ich wiederum nicht. Wer solche schönen Geschichten nachstellt und fotografiert, der glaubt heimlich vielleicht doch an Gott, der will es nur nicht zugegeben. Vielleicht hat er Angst, dass andere lachen, oder er hat Angst vor sich selber, aber warum Angst haben,… aber das ist seine Sache. Wir freuen uns an den schönen Bildern, und lernen neue Geschichten kennen.


Doch diese Geschichte kennt man meistens nicht.
Die armen Schweine!
Damals galten Schweine als unreine Tiere, und niemand mochte sie wirklich.

Aber es gibt noch einen besonderen Grund, warum ich gerade diese Geschichte heute erzähle.
Es geht um Schweine und Böse Geister heute.


Neulich kam es mir vor, als könnte diese Geschichte auch noch heute passieren, oder sagen wir fast diese Geschichte.
Es gibt noch mehr solcher Geschichten in der Bibel von bösen Geistern.


Hier rissen die bösen Geister den Mann, und man musste ihn in Ketten legen,
aber es gibt eine andere Geschichte, die handelt von einem sprachlosen Geist.


nicht nur der Geist war sprachlos, sondern dadurch auch der Mensch, der von ihm besessen war. Er konnte, oder wollte nicht sprechen.

In der Nähe gibt es hier ein Kinderheim, kein richtiges Heim, sondern eine schönes Haus,


in dem einige Kinder wie mit ihrer Familie wohnen, doch eine Familie haben sie nicht mehr, oder anders, die Familie die sie haben, in die wollen sie nicht mehr, in die können sie nicht mehr.


Böse Geister haben hier ihr Werk getan, sie haben die Familie durcheinander gebracht. Die Kinder mussten mit ansehen, wie die bösen Geister die Eltern befielen, und konnten nicht verhindern, dass auch sie von den bösen Geistern betroffen waren.


Wenn ich hier von bösen Geistern spreche, dann ist das für die Kinder unter uns nichts ungewöhnliches, sie kennen das aus Märchen und Geschichten.
(Diese CD gibt es auch bei Amazon.)

Die Eltern, die nicht mehr an böse Geister glauben, können sich vielleicht denken, warum ich trotzdem von bösen Geistern spreche. Manchmal gibt es Kräfte, die bringen Menschen dazu, Sachen zu tun, die kann man sich nur erklären, wenn man an böse Geister glaubt.


Auf jeden Fall, kam einmal in dieses schöne Haus hier in der Nähe ein Kind, das wollte nicht mehr sprechen. Die Menschen, die dort arbeiteten versuchten alles, und sie hatten viel gelernt und wussten, wie man mit Kindern umgeht, vor allen mit denen, die mit bösen Geistern zu tun hatten.


Doch es half nichts, das Kind sprach nicht. Fast wie damals in der Bibel, der Mensch mit dem sprachlosen Geist.

Doch die Menschen, die in dem Haus arbeiteten wussten, dass Menschen nicht alle Geister austreiben konnten, deshalb hatten sie im Haus, und im Garten viel Platz für Tiere.


Es gab manche Tiere, die man bei so einem Haus halten kann, Kaninchen gehörten dazu, vielleicht auch Katzen und Hunde.


Doch hier gab es etwas ganz besonderes im Garten gab es einen kleinen Stall.
Und in dem Stall war ein Schwein. Es war ein liebes Schwein, bestimmt genau so lieb, wie die auf den Bildern in unserer Geschichte aus der Bibel.


Das Schwein war aber ganz allein, es war keine große Herde, und es war auch kein Abhang da, so dass man Angst um das Schwein haben müsste. Und es brauchte auch keine Angst um sein Leben zu haben, den alles, was man in diesem Haus zum Essen braucht, das kauft man, wie jede andere Familie auch in einem Geschäft hier in der Nähe.


Der sprachlose Junge ging nun in diesen Schweinestall, setzte sich ins Stroh und war ganz ruhig.
Und wenn die Betreuer außer Sichtweite waren, dann geschah etwas wunderbares.


Der Junge sprach, er sprach mit dem Schwein. Ganz frei, ganz normal, wie jedes Kind mit einem Tier spricht, mit einem Hund, oder mit einer Katze.
Die Betreuer, haben sicher von weitem etwas zugeschaut, sonst könnte ich die Geschichte heute nicht erzählen, aber für den Jungen war es so als sei er mit dem Schwein allein. Er sprach mit dem Schwein und war zufrieden.

Als ich diese Geschichte von dem Jungen hörte, dachte ich sofort an die beiden Geschichten aus der Bibel, die mit den Schweinen, die wir eben gesehen haben, und die mit dem sprachlosen Geist.

Und ich dachte solche Wunder geschehen noch heute. Und vielleicht sogar noch viel schöner als früher.
Das Schwein musste keine Klippe hinunter springen, sondern lebt ganz friedlich in seinem Stall.
Wenn das Schwein da ist, dann ist auch der sprachlose Geist weg, und der Junge fühlt sich wohl.


Wenn man solch eine Geschichte hört, dann kann man sich gar nicht vorstellen,
dass jemand Menschen als Schweine bezeichnet und sagt „du Schwein!“.
Denn ein Schwein kann meistens nichts dafür.
Damals in der Bibel mussten sie unter den bösen Geistern noch mehr leiden als die Menschen. Heute schaffen sie es sogar, manche Geister zu vertreiben. Jedenfalls solange wie das Schwein in der Nähe ist. Aber vielleicht auch einmal für immer.
Und wenn wir uns die Geschichte aus der Bibel noch einmal richtig anschauen, dann waren die Schweine ganz schön schlau und die Geister ziemlich dumm.
Wisst ihr noch wie das war?


Eines wollten die Geister nicht, in den Abgrund.
Die Geister dachten, die Schweine sind dumm genug, die können wir dann immer ärgern, denn die mag ja sowieso niemand, da können wir dann ruhig in deren Köpfen rumgeistern.
Aber die Schweine waren nicht dumm, sie wollten die Geister nicht, aber sie wollten auch den Mann retten, so wie das Schwein aus unserer Zeit den Jungen von seinem sprachlosen Geist befreit hat.


Da beschlossen sie sich nicht gegen die Geister zu wehren.
Und sie kommen zu lassen.
Denn sie wussten, die anderen Menschen haben uns so wie so nicht lieb. Die sagen wir sind unrein. Aber der liebe Gott hat uns doch geschaffen, wie auch alle anderen Lebewesen. Also machen wir etwas unglaubliches. Bevor die Geister es merken, springen wir mit ihnen in den Abgrund, denn da wollen sie ja nicht hin. Das haben sie ja gesagt, "schick uns nicht in den Abgrund". Aber wir nehmen sie einfach mit.
Uns wird der liebe Gott wieder rausholen, auch wenn wir ertrunken sind, aber die Geister wird er drin lassen, wir sind dann im Himmel bei Gott und müssen auch nicht mehr traurig sein, über die Menschen, die uns nicht mögen.


Ich weiß nicht ob diese Erklärung alle Theologen mit mir teilen würden, aber vielleicht war es so.
Man könnte dann etwas lernen aus den beiden Geschichten, aus der alten mit Jesus und der neuen mit dem Jungen aus der Kinderwohngruppe.
Was wir lernen ist dies:
Es gibt böse Geister! Und Menschen können Sie nicht vertreiben. Jesus kann es mit Hilfe Gottes seines Vaters, und manchmal helfen ihm seine Geschöpfe die Tiere dabei. Und wir können nur staunend zuschauen und sagen:
„Schweine sind doch die besseren Menschen!“
Amen.
 

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